Am Sonntag, 6. Juli 2025, legte Frater Dominicus Maria Armbruster OP in der Wiener Dominikanerkirche S. Maria Rotunda im Rahmen der Heiligen Messe die Feierliche (auch: ewige) Profess ab und gelobte damit, sich auf Lebenszeit an den Orden der Predigerbrüder zu binden. Vor zahlreichen Anwesenden – darunter Familienmitglieder, Dominikanerbrüder und -schwestern sowie Mitglieder der Laiengemeinschaft – versprach der 27-Jährige in die Hände von Pater Christophe Holzer OP, dem Socius des Provinzials, Gehorsam gegenüber Gott, der seligen Jungfrau Maria, dem Hl. Vater Dominikus sowie dem derzeitigen Ordensmeister P. Gerard Francisco Timoner OP und seinen Nachfolgern. Der gebürtiger Donaueschinger/D gelobte die Beachtung der Augustinus-Regel und der Konstitutionen des Predigerordens „… bis zum Tod“.
Als Kirchenrechtler nahm P. Christophe Holzer OP in seiner Predigt den Codex des kanonischen Lebens, den Codex Iuris Canonici, in den Fokus. In ihm habe er nachgeschaut, ob er dort eine offizielle Aussage der Kirche zur Feierlichen Profess oder zur Profess überhaupt finde. „In Kanon 573 § 1 bin ich fündig geworden“, so begann P. Christophe. „Darin heißt es: ,Das durch die Profess der evangelischen Räte geweihte Leben besteht in einer auf Dauer angelegten Lebensweise, in der Gläubige unter der Leitung des Heiligen Geistes in besonders enger Nachfolge Christi sich Gott, dem Höchstgeliebten, gänzlich hingeben und zu seiner Verherrlichung wie auch zum Auferbauen der Kirche und zum Heil der Welt eine neue und besondere Bindung eingehen, um im Dienste am Reich Gottes zur vollkommenen Liebe zu gelangen und – ein strahlendes Zeichen in der Kirche geworden – die himmlische Herrlichkeit anzukündigen.‘“ Und P. Christophe fuhr fort, gewandt an fr. Dominicus: „Das in diesem einen Satz Verdichtete ist es, wozu du dich entschieden hast, und was du in den kommenden Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten –, um nicht zu sagen, Jahrhunderten –verwirklichen sollst.“
Mit der Feierlichen Profess hat sich fr. Dominicus entschieden, sich voll und ganz an den Orden der Dominikaner zu binden. „Das Ordensleben ist dazu da, dass ich mich vertiefen kann in Gott hinein und dass ich mich ganz, voll auf ihn ausrichten kann, ihm eben gänzlich hingeben kann“, so P. Christophe. Aber gleichzeitig sei das Ordensleben „ein Weg, der dazu beiträgt, diese Liebe Gottes weiterzutragen“ – „hinein in die Welt, hinein zu allen Menschen.“

Schließlich betonte P. Christophe mit Blick auf den Kandidaten: „Die Profess ist auf Dauer aufgebaut und -gelegt. Das bedeutet, es wird letztlich deine Lebensaufgabe sein, immer mehr Gott zu lieben, immer besser Gott zu verkündigen. Eine Aufgabe, die nie vorbei sein wird. Eine Aufgabe, die du immer mehr vertiefen kannst. Im Akt der Feierlichen Profess wollen wir jetzt den nächsten Grundstein dazu legen.“
Einfache Profess zweimal erneuert
Frater Dominicus Maria Armbruster OP lebt seit 2021 – unterbrochen durch ein Auslands-Studienjahr in den USA – im Dominikanerkloster S. Maria Rotunda, das das Studentat der Ordensprovinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich beherbergt. Die Einfache (auch: zeitliche) Profess legte der medienaffine Student, der z. Zt. sein Magisterstudium der Theologie an der Uni Wien vollendet, im September 2021 für zwei Jahre ab. Die Einfache Profess war im August 2023 sowie (nach dem USA-Aufenthalt zu Studienzwecken) im Juli 2024 jeweils um ein Jahr erneuert worden.


Die Prostratio (kleines Bild oben) ist ein wesentlicher Bestandteil der Professfeier. In die Hände von P. Christophe Holzer OP, dem Socius des Provinzials, legte fr. Dominicus sein Professversprechen ab (Foto links). Anschließend folgte der Friedensgruß (rechts).
Das Foto unten zeigt fr. Dominicus am Ende der Liturgie.
Die Fratres mit zeitlicher Profess absolvieren in Wien ihr Theologiestudium bzw. eine Promotion oder ein anderes Aufbaustudium und leben in dieser Zeit im Studienhaus der Ordensprovinz im Wiener Dominikanerkloster. Nach frühestens drei Jahren können Sie ihre „Feierliche Profess“ im Orden ablegen – so wie nun fr. Dominicus. Im Vorfeld stimmen die Patres des Konventes darüber ab, ob sie den jeweiligen Kandidaten für geeignet halten, lebenslang dem Orden anzugehören.

Diakonen- und Priesterweihe im Blick
Die „Feierliche Profess“ ist auch Voraussetzung, um im Orden die Weihe-Sakramente empfangen zu können. Am Samstag, den 30. August 2025 wird S.E. Weihbischof Stephan Turnovszky fr. Dominicus in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda zum Diakon weihen. In den nächsten Monaten wird der junge Dominikanerfrater sein Diakonats-Praktikum im Dominikanerkonvent in Freiburg im Breisgau (D) absolvieren, bevor er dann im späten Frühjahr 2026 das Sakrament der Priesterweihe empfängt.
Fotos: P. Adam Rokosz OP