Gemeinsam herausgerufen zur Wahrheit – das Zeugnis des hl. Thomas von Aquin in Zeiten von Polarisierung und Fragmentierung

Am 28. Januar feiern wir den Gedenktag des heiligen Thomas von Aquin (1225 – 1274). Der anno 1244 in den Orden der Predigerbrüder eingetretene Thomas von Aquin zählt zu unseren großen Vorbildern. Papst Johannes XXII. sprach ihn am 18. Juli 1323 heilig, Papst Pius V. erhob ihn am 11. April 1567 zum Kirchenlehrer und Papst Leo XIII. ernannte ihn am 4. August 1880 zum Patron aller katholischen Universitäten und Schulen.

Anlässlich dieses Festtages hielt P. Thomas Brogl OP (Foto), Assistent des Ordensmeisters für Mittel- & Osteuropa, beim Festhochamt zu Ehren des Hl. Thomas von Aquin in unserer Kirche S. Maria Rotunda im Rahmen des Thomas-Festes 2026 die hier vorliegende Predigt:

Eine Philosophie der Stärke – politische Bestandsaufnahme

Wir erleben momentan eine Zeitenwende – einen Umbruch in der Weltordnung.

  • Von einer regelbasierten Ordnung, wo sich alle z.B. im Völkerrecht zu bestimmten Regeln verpflichten und wo man sich gegenseitig z.B. in den Vereinten Nationen verständigt;
  • Hin zu einer Ordnung, wo wieder das Recht des Stärkeren gilt – und hin zu einem „Friedensrat“, bei dem der amerikanische Präsident die Agenda bestimmt und alles letztlich von seiner Zustimmung abhängt.
  • Von einem Diskurs und Medien, auf die sich alle stützen und die letztlich möglichst objektiv die Wirklichkeit abbilden sollen
  • hin zur Schaffung von eigenen Medienplattformen wie „Truth-Media“ (und auch hierzulande haben manche Parteien ihre eigenen Nachrichten), wo die eigene Wahrheit unter die Leute wird. Immer mit dem Ziel, den Diskurs zu bestimmen und in diesem die Oberhand zu behalten.  

Die ehemalige deutsche Kanzlerin Merkel hat über den amerikanischen Präsidenten gesagt: Für ihn gebe es „nie Win-win-Situationen, in denen beide Partner einer Vereinbarung gewinnen. Für ihn muss entweder der eine oder der andere einen Gewinn machen“. Die Konsequenz davon: Ich muss sehen, dass ich der Gewinner bin; dass ich mit Stärke auftrete und die Anderen in die Defensive dränge. Damit wird auch das sehr starke Anfassen bis hin zum Beleidigen und Einschüchtern, das wir momentan als Teil der Politik erleben, ein Moment der Strategie. Je weniger selbstbewusst jemand auftreten kann und je vorsichtiger er agiert, desto besser für einen selbst.

Was würde der hl. Thomas von Aquin zu all dem sagen – besonders auch, weil der Vize-Präsident, noch recht frisch gebackener Katholik (übrigens von Dominikanern zur Konversion begleitet), bewusst Thomas von Aquin zitiert hat in der Verteidigung der Migrationspolitik des Präsidenten; etwas, was sogar den späteren Papst, damals Kardinal Prevost bewogen hat, sich in diese Diskussion einzumischen? So wurde die Interpretation einer Lehre des hl. Thomas jüngst zum Politikum auf höchster Ebene.

Sed contra: Die Andersheit des Anderen führt uns zur Fülle der Wahrheit

Nun könnte man einiges inhaltlich dazu sagen über Thomas´ Konzeption des bonum commune, des Gemeinwohls. Für Thomas ist das Gemeinwohl ein gemeinsames Ziel, auf das alle Handlung, somit auch alle politische Ordnung ausgerichtet sein soll. Diese ist das Wohl des Ganzen und der Gemeinschaft auch das Wohl jedes einzelnen Teils ist. Das Wohl des Einen steht also nicht im Gegensatz zu dem des Anderen – kein Win-Lose, sondern kann nur gemeinsam erreicht werden. Letztlich ist aber alles auf Gott hingerichtet, der das Glück aller, das Gemeinwohl schlechthin ist – und der als der Gute schlechthin für all seine Geschöpfe das Gute will. Schon deshalb geht eine „win-lose-Strategie“ christlich ins Leere – nicht zuletzt, weil dahinter letztlich eine eher dualistische Auffassung von Welt und Gott steht.

Von der inhaltlichen Seite abgesehen scheint mir aber noch interessanter, dass wir von Thomas einen ganz anderen Angang für unseren Diskurs heute lernen können, der einer Auffassung des win-lose diametral entgegensteht. Ins Generalkapitel der Dominikaner vor sechs Monaten ist im Abschnitt Wahrheit in Zeiten von Polarisierung ein Zitat des hl. Thomas in die Generalkapitelsakten eingegangen, das bemerkenswert ist. Es lautet: „Man muss beide lieben, nämlich diejenigen, deren Meinungen wir folgen, und diejenigen, deren Meinungen wir ablehnen. Denn beide haben sich bemüht, die Wahrheit zu suchen, und uns auf diesem Weg geholfen.” (Sententia libri metaphysicae, Buch XII, Lektion 9, Nr. 14).

„Man muss beide lieben…“ Wir sehen hier einen ganz anderen Zugang zur Andersheit der Meinung des Anderen. Es geht nicht um Gewinnen und Verlieren – und darum, in der Diskussion den Anderen möglichst auszustechen; sondern die entgegengesetzte Meinung ruft uns dazu, gemeinsam ein Größeres zu suchen: die Wahrheit.

Gehen wir noch eine Stufe tiefer:
Die momentane Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen:
Die Andersheit des Anderen wird mehr und mehr als bedrohlich oder als unakzeptabel gesehen – und darauf mit Zorn, Shit-Storm und Lächerlichmachung darauf. Von ganz rechts, aber auch, was wir oft vergessen: von links, wo Positionen, die vorher als konservativ galten, als plötzlich rechts außen gelten.
Ein zweites: Wir haben zunehmend weniger Plattformen, wo wir uns der Andersheit der Anderen wirklich stellen. Die Gesellschaft fragmentiert sich immer mehr:

  • Im Internet und in den Social Media, dem modernen Forum der Meinungen, bewegen wir uns in Bubbles, in unseren eigenen Blasen.
  • Die Logarithmen lassen uns dort mehr vom Gleichen sehen, mehr von dem, was wir eh schon glauben;
  • und auch wenn wir die Künstliche Intelligenz fragen, so neigt sie nach Studien dazu, zunächst einmal unsere Fragestellung zu bestätigen.
  • Organisationen wie die Kirche, die über Bubble-Grenzen hinweg Menschen an einem Punkt sammelt, verlieren an Bedeutung.

Die Begegnung mit der Andersheit des Anderen verschwindet zunehmend; und wenn wir ihr einmal begegnen, dann endet sie meist nicht in Diskussionen, sondern nur mehr in Schlagworten. Uns reicht schon zu wissen, in welches Lager jemand gehört, um für uns klar zu bekommen, ob wir diesen als diskussionswürdig erachten oder nicht.

Die Grautöne verschwinden zugunsten des Schwarz-Weiß. Und mit dem Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han folgt die Ästhetik des digitalen Zeitalters immer mehr einer Ästhetik des Glatten und Eindeutigen:

  • Like oder „Unlike“
  • In Bildern wird das Unförmige wegretouchiert,
  • Texte sind so zu schreiben, dass uns das Lesen und Verstehen nicht mehr zu sehr herausfordert, sondern dass wir gut konsumieren können.
  • So wundert man sich nicht über die Meldung vor kurzem, dass in der deutschen Hauptstadt Berlin mehr und mehr Gymnasien die Klassiker der Literatur wie Goethe oder Schiller nur noch „in einfacher Sprache“ lesen – eben so, dass man es leicht versteht.

Ganz anders der hl. Thomas:
Er holt gerade die Andersheit des Anderen herein. Er scheint gerade das Schwierige und Herausfordernde zu suchen.

  • Er begnügt sich nicht mit Platon als Philosophen, der gut integrierbar ist in die Theologie, sondern stellt sich Aristoteles, dessen Grundannahmen als mit der christlichen Philosophie unvereinbar gelten.
  • Er bleibt nicht in der christlichen „Bubble“, sondern rezipiert den Juden Maimomides und die Muslime Averroes und Avicenna, um tiefer zu dringen und alles für die Erkenntnis Gottes nutzbar zu machen.
  • Kein Wunder, dass ihn nach seinem Tod sein Lehrer Albert der Große gegen den Vorwurf der Häresie verteidigen muss!

Wir sehen bei Thomas einen ganz anderen Angang an Wissenschaft, letztlich an Wirklichkeit, denn die Rezeption dieser Geistesströmungen war damals eine sehr reale Herausforderung in der Geistesgeschichte; wir sehen in ihm ganz in der Tradition seines Ordensvaters einen inkarnatorischen Zugang:

  • Sich den Wirklichkeiten stellen, sich dem stellen, was diskutiert wird;
  • und dabei nicht den einfachen Weg wählen, sondern darin einen Anruf des hl. Geistes zu verstehen, die Wahrheit Gottes tiefer zu verstehen.
  • Ein Weg, der Anstrengung und Mühe kostet – nicht umsonst ist das Studium für Thomas auch eine Form der Askese;

Es geht für Thomas in einer Diskussion nicht darum, dass ich gewinne, sondern dass die Wahrheit gewinnt – und somit wir beide zu Gewinnern werden, weil wir tiefer ausgerichtet werden auf die Wahrheit. Wenn die Wahrheit gewinnt, dann gewinnen beide! Win-Win! Genau deshalb schreibt Thomas – wie vorher zitiert -, dass wir auch die lieben müssen, „ deren Meinungen wir ablehnen“. Denn auch sie hat uns geholfen, die Wahrheit tiefer zu verstehen.

Ein wahrer Schüler des hl. Thomas ist der vor kurzem seliggesprochene dominikanische Märtyrerbischof Pierre Claverie. Als Bischof in Algerien war er in einem intensiven Dialog mit dem Islam. Dieser Dialog war sehr offen und zugewandt – aber zugleich auch klar; ein echter Dialog, aber ohne billige Kompromisse, ohne jede Vermischung und das heute so populäre Schlagwort: „Wir glauben doch letztlich dasselbe…“. Claverie meinte, je tiefer wir den Islam kennenlernen, desto tiefer verstehen wir, wie unterschiedlich die Religionen sind und dass uns ein Abgrund trennt. Doch dennoch gerade das hilft uns, unseren Glauben tiefer zu verstehen – und auch den Anderen in seiner Andersheit zu achten. Darin werden wir beide tiefer in die Wahrheit geführt. Pierre Claverie schreibt: „Ich gestehe nicht nur zu, dass der Andere ein Anderer ist, ein Subjekt in seiner Verschiedenheit, frei in seinem Bewusstsein, sondern ich akzeptiere, dass er einen Teil der Wahrheit innehat – einen Teil, der mir fehlt und ohne den meine eigene Suche nach Wahrheit nicht erfolgreich beendet werden kann“; „Wir besitzen nicht die Wahrheit: sie ist es, die uns ergreift und uns immer weiterführt im Prozess ihrer Entdeckung“; “Ich brauche die Wahrheit des Anderen!“.

Dabei ist diese Suche nach der Wahrheit nicht nur ein rein wissenschaftliches Unterfangen; die ganze oft sperrige Wirklichkeit um uns herum ruft uns nach Claverie auf, in ihr die Wahrheit Christi zu suchen. „Ich entdecke mich in der Konfrontation mit den äußeren Wirklichkeiten … Es ist nicht in mir, wo ich meine Wahrheit finde, sondern im Mich-Herumschlagen mit den Notwendigkeiten des Lebens, die sich mir aufdrängen. .. Wenn man dies nicht tut, dann bleibt man auf dem Niveau der Ideen, die sich im Abstrakten verlieren“. „Gott offenbart sich den Menschen nur in dem Maß, in dem sie völlig in die Wirklichkeiten, die ihnen zu leben gegeben sind, eintauchen“ (337f.).

Hier sehen wir, wie sich dieser Dominikaner des 20. Jahrhunderts im Ansatz des großen Gelehrten des Mittelalters tief verwurzelt hat. Der Aquinat hat uns eine großartige Theologie und ein gewaltiges Lehrgebäude hinterlassen; aber genauso wichtig, vielleicht heute noch wichtiger, ist sein Angang an Wissenschaft und Wirklichkeit. Ganz und gar inkarnatorisch: Das positiv aufnehmend und wertschätzend, was Wirklichkeit ist. Ganz in der Linie seines Ordensvaters Dominikus, der eben die Ausscheidung des Sperrigen: die dualistische Lehre, dass alles Weltliche und Leibliche teuflisch sei, ablehnt – und dafür den Orden der Dominikaner gründet.

Wendung nach außen

Blicken wir aber ehrlich auf uns, so sehen wir, dass auch die Kirche in der Gefahr ist, sich in ihre eigene Bubbel zurückzuziehen

  • dem „kleinen heiligen Rest“ zu huldigen,
  • sich mit der eigenen Gemeinschaft und mit der Feier des Liturgischen zu beschränken
  • und den Blick nach innen zu wenden.

Es ist einerseits gut und verständlich, sich neu zu sammeln aus der Mitte; andererseits liegt darin eine Gefahr,

  • weil damit Kirche und Theologie sich eben nicht mehr an die Wirklichkeit und die Debatten von heute anschließen – und somit ihren inkarnatorischen Grundimpuls und ihre Anschlussfähigkeit verlieren;
  • und weil die Theologie sich nicht in das heutige Denken inkarniert, sondern in der sicheren Bubbel bleibt.

Dieser Gefahr unterliegt auch ein falsch verstandener Thomismus, der sich letztlich nicht mehr mit Thomas – und wie Thomas! – den Fragen und Auseinandersetzung von heute stellt, sondern im Sicheren bleibt einer thomistischen Form der Vergangenheit bleibt. Deshalb sagt der Ordensmeister der Dominikaner oft: „Wir brauchen keine Nachfolger des hl. Thomas – wir brauchen einen neuen Thomas!“ Und er schließt oft an die jungen Wissenschaftler des Ordens die Frage an: „Wer ist Dein Maimonides?“ Wer ist Dein Denker außerhalb des Eigenen, der Dich herausfordert, Gott und die Welt neu zu sehen?

Dies hat viel zu tun mit anderen dominikanischen Grundzug, den Thomas von Aquin nicht nur wörtlich vollzogen hat – sondern auch im übertragenen Sinn: Dass die Dominikaner Wanderprediger sind – immer unterwegs zwischen den Welten. Ein zeitgenössischer Dominikaner, fr. Tiemo Rainer Peters OP, hat in dieser Linie schön formuliert, dass die dominikanische Auffassung des Ordenslebens als Wanderpredigt– auch intellektuell – immer „eher mit Fahren und Gefahren, d.h. Er-fahrung zu tun als mit dem Sitzen, Katalogisieren und Rubrizieren“. Genau in diesem Mut herauszugehen aus dem Gewohnten und Abgesicherten, ganz in der Linie von Dominikus und Thomas, wurden im Orden immer wieder „Inkarnationsräume“ für das Ungewiss-Neuartige geöffnet (fr. Ulrich Engel OP); berühmt z.B. in der Thomas-Schule von Salamanca, wo die Erfahrungen der neu entdeckten Neuen Welt auf ihre theologischen Implikationen befragt wurden – mit dem Ergebnis der ersten Ansätze zu Menschen- und Völkerrecht.

Das ist aber nicht einfach was, was nur für uns Dominikaner wichtig ist, sondern sollte gerade auch uns Christen heute in Zeiten der Polarisierung prägen. Christus ist immer der, der verbinden und Einheit schaffen will. Der annimmt, um es in die ganze Wahrheit zu führen. So sollte auch uns die Haltung des Thomas in Diskussion prägen: Gemeinsam auf dem Weg der Suche nach der Wahrheit ist der Andere mir – in all der Fremdheit seiner Position – gegeben, die Wahrheit in Person: Christus tiefer zu finden.

Bei Diskussionen können wir uns deshalb selbst prüfen, ob wir im Geist des Thomas uns bewegen:

  • Lasse ich wirklich hörend auch Zweifel bei mir in Diskussionen zu?
  • Bin ich versucht, eine konkrete Person voranzubringen, oder, das zu beseitigen, was sie repräsentiert, weil es mir nicht passt?
  • Und: Nehme ich die Diskussion als einen Raum wahr, in dem ich mich letztlich gemeinsam mit anderen demjenigen nähere, der die Wahrheit schlechthin ist: Christus?

Wenn wir als Christen dazu berufen sind, die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden, müssen wir uns immer daran erinnern, dass diese Wahrheit eine Person ist, die wir nicht besitzen, sondern deren Antlitz wir im Laufe seines Lebens entdecken sollen. Auch wenn wir als Christen dankbar darauf blicken dürfen, dass wir in der Offenbarung die Wahrheit übermittelt bekommen haben, dürfen wir nicht vergessen, dass sich die Augen erst voll für diese öffnen, wenn wir wie die Emmausjünger bereit sind, mit denen zu gehen, die uns zunächst fremd sind (Lk 24,18).

Letztlich zeigt sich in unserer Art, zu diskutieren, auch immer unser Selbst- und unser Gottesverständnis. Ein Mitbruder hat einmal schön formuliert: „Sag mir, wie du debattierst, und ich sage dir, wer dein Gott ist.“ Der hl. Thomas vermittelt uns eine angstfreie Suche nach der Wahrheit, wo gerade auch der Andere in seinem Anderssein uns helfen kann, den Anderen und Gott tiefer zu entdecken. Er kann im besten Sinn des Wortes eine Pro-vokation sein – ein Herausrufen des hl. Geists, ihn in der Herausforderung des Anderen tiefer zu erkennen.

Es geht eben nicht um Macht und Rechthaben-Müssen, wie uns die Mächtigen heute vermitteln; sondern es geht um ein „Sich-gemeinsam-unter-die Wahrheit“ stellen. Es geht in einer Diskussion nicht um Gewinnen und Verlieren; sondern dass beide bereichert werden in der Erkenntnis der Wahrheit, unter die sie sich demütig stellen. Ohne Demut, die letztlich „Hörbereitschaft“ ist, bleiben wir stehen und bleiben wir bei uns stehen – beim Kreisen um uns selbst und unsere Meinung. Thomas schreibt wunderbar: „Demut ist in gewissem Sinn die Bereitetheit des Menschen, frei hinzutreten zu den geistigen und göttlichen Gütern“.„Einzig dann erkennen wir Gott in Wahrheit, wenn wir glauben, daß er über alles hinausliegt, was Menschen über Gott zu denken vermögen.“ Genau darum geht es letztlich in unserem Leben: Dass wir hinausgeführt werden, vor allem hinausgeführt über die Kleinheit unseres Ichs – vom Ego, um das bei den Mächtigen unserer Zeit alles kreist, zur befreienden Wahrheit Gottes, die für alle das Beste will und in ein Leben in Fülle führt. Amen

(kl. Foto oben: Darstellung von Thomas von Aquin, gemalt von einem unbekannten Künstler, 18./19. Jahrhundert. Es befindet sich in unserem Dominikanerkonvent S. Maria Rotunda in Wien.)