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P. Christoph Kard. Schönborn O.P.

(Erzbischöfliches Palais - Wollzeile 2 - 1010 Wien) Sohn der süddeutsch-österreichischen Dominikaner-Provinz St. Albertus Magnus

Schon früh hat mich der Gedanke an die Priesterberufung bewegt. Seit meinem 11. Lebensjahr dachte ich fest daran. Mit 14 lernte ich einen Dominikanerpater kennen, P. Paulus Gunz (gestorben 1968). Er hat mich für den Orden begeistert. Was war es? Ich glaube, die ganz besondere Mischung von Studium und Apostolat, von Gemeinschaft und Christusnachfolge, die Begeisterung für die Theologie des Hl. Thomas von Aquin und die schlichte Volksfrömmigkeit des Rosenkranzes. Nach manchem Auf und Ab in meiner Gewissheit, ob der Weg zum Orden und Priestertum wirklich der meine ist, haben Einkehrtage vor der Matura schließlich die Klärung gebracht. So trat ich mit 18 Jahren, nach der Matura, ins Noviziat der Dominikaner in Warburg ein. In diesen bewegten Jahren des Konzils und der Nachkonzilszeit gab es manche Stürme im Orden, die wieder große Krisen, Erschütterungen und Zweifel auslösten. Im Rückblick bin ich voller Dankbarkeit, dass der Herr mich durch alle diese Klippen sicher geführt hat, ohne mein Verdienst, allein weil ER so gut ist.

Was rate ich heute jungen Menschen?

1. Wenn du eine Berufung zum Ordensleben verspürst, zögere nicht zu lange, dem Herrn dein Ja-Wort zu geben. Es ist schön, schon früh am Morgen des Lebens in den Weinberg des Herrn zu gehen.

2. Manche meinen, die beste Lebensschule sei es, sich »in der Welt« zu bewähren. Ich glaube hingegen, dass das Ordensleben eine große Schule der Menschlichkeit und des persönlichen Reifens ist. Daher nochmals: Zögere nicht, den Schritt zu tun, wenn du den Ruf des Herrn in deinem Leben verspürst.