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fr. Rafael Maria Klose OP

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.“ (Joh 15,16)

Geboren wurde ich 1996 in Berlin, wo ich zwischen meinem beschaulichen Wohnort Biesdorf im Osten der Stadt und dem Leben in der Metropole meine Kindheit und Jugend verbrachte. Obgleich ich ohne jeden Bezug zum Christentum in einer komplett atheistischen Umgebung aufgewachsen bin, verspürte ich schon früh eine innere Sehnsucht, die mich zur Kirche hinzog und die Frage nach Gott aufwarf. Um Antworten zu finden, las ich als Jugendlicher die Bibel und lernte die Pfarrgemeinde in Biesdorf kennen. So begegnete ich Gott und wuchs mehr und mehr in die katholische Kirche hinein. Schließlich empfing ich mit 17 Jahren Taufe, Firmung und Erstkommunion, womit mein neues Leben als katholischer Christ begann.

Als später das Abitur immer näher rückte, stellte sich für mich zugleich die Frage, welchen Weg ich danach einschlagen sollte. Mir war vollkommen klar, dass Gott die entscheidende Rolle spielen würde – schließlich hatte Er mir doch den Glauben geschenkt! Auf der Suche nach der eigenen Berufung entdeckte ich so das Ordensleben als konkrete Möglichkeit, um mein Leben ganz Gott und den anderen Menschen zu widmen. So lernte ich auch den Dominikanerorden kennen und war oft bei den Brüdern in Berlin Sankt Paulus zu Gast.

Nach einem weiteren erfahrungsreichen Jahr der Reifung als Bundesfreiwilligendienst-Leistender in der Bahnhofsmission am Berliner Hauptbahnhof trat ich schließlich 2016 in den Orden ein und legte im März 2018 meine Einfache Profess ab. Seitdem lebe ich im Wiener Konvent und studiere Katholische Theologie an der Universität Wien.

Als Dominikaner versuche ich meinen Alltag ganz auf das Ziel des Ordens hin zu orientieren: Die Predigt und das Heil der Mensch – eine wunderbare Sendung! Das gemeinsame Gebet, das klösterliche Leben und das Studium – das alles bildet dabei die Grundlage um auch heute in der Nachfolge Christi glaubhaft das Evangelium zu verkünden. „Er sprach nur mit Gott und von Gott“ heißt es auch über den heiligen Dominikus – in einer Zeit, in der viele Menschen von Gott und der Kirche nichts mehr wissen wollen, ist das ein hoher Anspruch. Dennoch weiß ich mich als Dominikaner genau dazu berufen, um auch heute die Menschen mit der Liebe Gottes bekannt zu machen.